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Tipps für Bewerber

Für Selbst- „Be“-Werber

Fällt Ihnen beruflich die Decke auf den Kopf? Haben Sie das Gefühl, auf der Stelle zu treten, oder sind Sie auf der Suche nach einer neuen Herausforderung? Wer sich beruflich verändern will, für den ist die Bewerbung der erste Schritt zur erfolgreichen Selbstvermarktung. Nur wer sich der ausgeschriebenen Stelle entsprechend perfekt präsentieren kann, bekommt die Chance zur persönlichen Vorstellung. Von ihr hängt dann der Erfolg der ganzen Bewerbung ab. Es gibt Tipps und Tricks, wie man mit Bewerbung und Vorstellungsgespräch umgehen kann, damit die Chancen auf einen beruflichen Neustart steigen. Wir haben sie für Sie zusammengefasst.

Wer schreibt, der bleibt. Das Anschreiben.

20 Sekunden. So viel Zeit wird in der Regel auf die Entscheidung, ob die Bewerbung und somit der Bewerber interessant fürs Unternehmen ist, verwandt. Daher ist das Anschreiben von großer Bedeutung. Schenken Sie diesem Teil Ihrer Bewerbung besonders viel Aufmerksamkeit, denn Sie sollten das Anschreiben unbedingt inhaltlich der Stellenausschreibung anpassen. Ein prägnanter, aussagekräftiger Einführungssatz, der vielleicht sogar schon Ihre Persönlichkeit durchscheinen lässt, ist der ideale Einstieg. Wenn Sie die Aufmerksamkeit des Personalentscheiders haben, sollten Sie geschickt den Anforderungen in der Stellenausschreibung Ihre eigenen Erfahrungen zuordnen. Diese Erfahrungen sollten Sie der Wichtigkeit nach aufführen, sodass der Arbeitgeber erkennen kann, was Sie für sein Unternehmen leisten können. Überfordern Sie jedoch nicht Ihre Leser, in dem Sie zu ausführlich werden. Das Anschreiben sollte eine Seite nicht übersteigen und in sich durch Absätze strukturiert und übersichtlich sein. Und ein wichtiger Tipp: Prüfen Sie mehrfach Rechtschreibung und Grammatik!

Woher kommen Sie? Der Lebenslauf.

Der tabellarische Lebenslauf ist die beste Möglichkeit, den eigenen beruflichen Weg übersichtlich darzustellen. Nutzen Sie die Erstellung des Lebenslaufes, um Ihre Fähigkeiten, Sachverhalte strukturiert darstellen zu können, unter Beweis zu stellen. Neben den Zeiträumen, in denen Sie unterschiedliche Positionen inne hatten, können Sie die jeweilige berufliche Station mit kurzen Aufgabenbeschreibungen anreichern. Diese Beschreibungen sollten insbesondere an den Stellen, die für die aktuell ausgeschriebene Stelle von Relevanz sind, vorliegen. Achten Sie darauf, Ihren Lebenslauf in umgekehrt chronologischer Reihenfolge zu erstellen, das erleichtert dem potentiellen Arbeitgeber das Lesen. Persönliche Daten, zusätzliche Kenntnisse und ein kleiner Einblick in Hobbies runden den Lebenslauf ab und geben dem Personalentscheider die Gelegenheit, sich ein Bild von Ihnen zu machen. Und wo wir gerade vom Bild sprechen – auch wenn es heute nicht mehr zwingend erforderlich ist, ein Bild anzuhängen, ein freundliches Gesicht auf dem Lebenslauf schadet nicht. Allerdings sollten Sie darauf achten, ein gutes Foto von sich anzufügen, zurechtgeschnittene Selfies und Bildausschnitte aus anderen Aufnahmen sind nicht geeignet. Der Gang zum Fotografen lohnt sich auf jeden Fall, denn ein gutes Foto unterstreicht die Ernsthaftigkeit der Bewerbung.

Geht’s auch digital? Die Online-Bewerbung.

Eine digitale Bewerbung erspart Kosten und ist schnell – was aber nicht bedeuten soll, dass man auf eine Online-Bewerbung weniger Sorgfalt verwenden sollte. Für das Unternehmen ist es am Einfachsten, wenn alle Teile der Bewerbung in einer gemeinsamen PDF zusammengefasst sind, das erleichtert den Bearbeitern das Handling erheblich. Zu den Unterlagen gehört auch das Anschreiben hinzu, im Emailtext sollten Sie sich kurz fassen. Hier reicht der Hinweis auf die ausgeschriebene Stelle und auf die angehängten Unterlagen. Achten Sie darauf, dass die mitgesandte PDF gut strukturiert ist, also das Anschreiben zu Beginn, dann der Lebenslauf und anschließend Zeugnisse und Nachweise. Achten Sie darauf, dass die PDF nicht zu groß ist, denn manche Emailserver haben für eintreffende Emails eine Größenbegrenzung. Prüfen Sie Ihre eigene Email-Adresse. habdenkopfvoll@yahoo.com ist keine vertrauenserweckende Adresse. Legen Sie sich lieber für Ihre Bewerbung eine seriöse Email-Adresse zu. Das macht gleich zu Beginn einen guten Eindruck.

Küssen Sie den Frosch selbst! Die Initiativ-Bewerbung.

Kennen Sie ein Unternehmen, bei dem Sie gerne Teil des Teams sein würden? Gibt es dort aktuell keine Stellenausschreibung? Das sollte sie nicht hindern, trotzdem Kontakt zu Ihrem Wunscharbeitgeber aufzunehmen. Eine Initiativbewerbung zeigt Ihrem potentiellen Arbeitgeber Ihr Engagement und Ihre Motivation. Bei einer Initiativbewerbung sollten Sie besonderes Augenmerk auf das Anschreiben richten – in Ermangelung einer konkret ausgeschriebenen Stelle sollten Sie die Anforderungen des Unternehmens erkennen und Ihre Bewerbung entsprechend ausrichten. Auch wenn möglicherweise nicht direkt eine freie Position vorhanden ist, legen sich Unternehmen Initiativbewerbungen gerne zur Seite, um im Bedarfsfall darauf zurückgreifen zu können. Der Aufwand lohnt sich also auf alle Fälle!

Jetzt gilt’s! Das Vorstellungsgespräch

Eine Einladung zum Vorstellungsgespräch ist schon ein wichtiger Schritt in Richtung des neuen Jobs. Jetzt gilt es, den potentiellen Arbeitgeber auch im persönlichen Gespräch zu überzeugen. Gute Vorbereitung auf das Gespräch ist sinnvoll und hilfreich, denn es zeigt dem Arbeitgeber nicht nur Ihr Interesse am Unternehmen, es lindert auch die eigene Aufregung, unter der man häufig zu leiden hat. Wenn Sie die Möglichkeit haben, schauen Sie sich den Dresscode im Unternehmen an und passen Sie Ihre Kleidung entsprechend an. Zu overdressed sollten Sie auf keinen Fall sein, die zerrissenen Jeans, auch wenn sie vom Designer stammen, sollten im Schrank bleiben, es sei denn, das Ambiente des Unternehmens erfordert diesen Kleidungsstil. Make-up sollte dezent verwendet werden und auch Parfum oder Deodorant sollte sich nicht in den Vordergrund drängen. Denken Sie daran, dass auch Personalentscheider Lieblingsgerüche haben und wer mit seinem üppig aufgetragenen Parfüm „daneben“ liegt wird unbewusst schlechter bewertet. Wer nervös ist, dem helfen Entspannungsübungen, die in der Wartezeit durchgeführt werden können. Machen Sie sich bewusst, dass sie der Mensch, den Sie treffen, gerne kennenlernen und keinen Schaden zufügen möchte. Blicken Sie Ihrem Gegenüber offen in die Augen und lächeln Sie. Damit haben Sie schon den ersten positiven Eindruck hinterlassen. Hören Sie gut zu, seien Sie aufmerksam und antworten Sie nur auf die an Sie gestellten Fragen. Mit dieser Vorgehensweise haben Sie die besten Chancen, einen guten Eindruck zu hinterlassen.

Nur wenn’s wirklich gut ist, ist es gut. Das Arbeitszeugnis.

Das Arbeitszeugnis ist in der Regel das letzte Schriftstück, das man von seinem- dann ehemaligen – Arbeitgeber erhält, es sei denn, man hat um ein Zwischenzeugnis gebeten. Nach deutschem Recht steht jedem Arbeitnehmer ein wohlwollendes Zeugnis zu, das bedeutet, dass ein Unternehmen seinem scheidenden Mitarbeiter keine Kritik ins Arbeitszeugnis schreiben darf. Und nicht nur das, der Mitarbeiter hat ein Anrecht auf ein Dokument auf einem sauberen Blatt des Firmenpapiers mit der Unterschrift des Personalverantwortlichen. Wenn das Unternehmen dieser Verpflichtung nicht nachkommt, hat der Arbeitnehmer drei Jahre nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses Zeit, das Zeugnis einzufordern, anschließend verfällt der Anspruch.

Normalerweise ist ein Arbeitszeugnis nach einem bekannten Schema aufgebaut, nach den Stammdaten folgt in der Regel eine Tätigkeitsbeschreibung im Betrieb. Der Grund für das Ausscheiden aus dem Unternehmen darf nur mit der ausdrücklichen Erlaubnis des Arbeitnehmers ins Zeugnis aufgenommen werden. Aber auch wenn der Arbeitgeber keine offene Kritik am ausscheidenden Arbeitnehmer üben darf, es gibt dennoch einige Tricks, mit denen der vergangene Arbeitgeber dem Zukünftigen versteckte Hinweise geben kann, auch wenn das nicht erlaubt ist. Deshalb gilt es, genau den Wortlaut eines Arbeitszeugnisses zu prüfen, bevor man das Dokument akzeptiert. Floskeln wie „Wir wünschen alles Gute und Gesundheit“ deutet darauf hin, dass der Arbeitnehmer vor allem durch viele Krankheitstage aufgefallen ist, „gutes Einfühlungsvermögen in die Belange der Belegschaft“ ist ein Hinweis auf einen Kollegen, der gerne ein Schwätzchen hielt, anstatt zu arbeiten. Die Formulierung „stets zu unserer vollsten/größten Zufriedenheit“ ist die beste Note, die man erhalten kann, wohingegen „im Großen und Ganzen zu unserer Zufriedenheit“ mit der Schulnote 5 zu vergleichen ist. Um unangenehme Überraschungen zu vermeiden, sollte deshalb das Zeugnis geprüft werden, im Zweifelsfall kann man sich von einem Arbeitsrechtler beraten lassen.