Auf eine Stellenanzeige bewerben: Das bedeuten die Muss-, Soll- und Kann-Kriterien
Sind Sie auf Jobsuche, dann begegnen Ihnen die unterschiedlichsten Stellenanzeigen auf digitalen Jobbörsen. Für Bewerber ist es dabei von größter Bedeutung, die feinen Nuancen in einer Stellenausschreibung korrekt zu interpretieren. Sobald Sie also eine interessante Stellenanzeige entdecken, schauen Sie als Erstes auf das Anforderungsprofil der Ausschreibung. Allerdings wiegt nicht jede Anforderung gleich schwer. Wenn Sie die geheime Sprache der Arbeitgeber verstehen, können Sie sich zielgerichteter auf eine Stelle bewerben und erhöhen Ihre Chancen auf ein Vorstellungsgespräch immens. Dabei nutzt jedes Unternehmen spezifische Formulierungen, um die Qualifikationen der einzelnen Kandidaten zu filtern.
Sie haben die passende Stellenanzeige noch gar nicht gefunden? Dann nutzen Sie Ihre Chance auf unserer Jobbörse rz-stellen.de und bewerben Sie sich auf Ihren Traumjob.
Sie müssen nicht jedes Kriterium der Stellenanzeige erfüllen
In erster Linie sollten Sie nicht verzweifeln, wenn Sie eine Liste an Anforderungen und gewünschten Qualifikationen sehen. Sie müssen nicht jedes kleinste Detail erfüllen. Es geht vielmehr darum, die Erwartungen des Unternehmens genau zu analysieren. Ein moderner Arbeitgeber unterscheidet tendenziell zwischen drei Kategorien, worauf wir im nächsten Punkt genauer eingehen werden. Unterteilen Sie die Kriterien, um herauszufiltern, ob die Stelle fernab von Gehalt und Arbeitszeit zu Ihnen und Ihren Hard- und Softskills passt.
Wichtig: Bewerber müssen nicht alle Kriterien erfüllen. Vielmehr zählt ein stimmiger Gesamteindruck, der genau auf den Kern der Stellenausschreibung passt.
Wie Sie das Anforderungsprofil einer Stellenanzeige richtig einordnen
Um den Bewerbungsprozess erfolgreich zu meistern, müssen Sie die Struktur einer Stellenbeschreibung verstehen. Die Anforderungen teilen sich fast immer in zwingende Voraussetzungen, wichtige Kernkompetenzen und optionale Zusatzqualifikationen auf, also in sogenannte Muss-, Soll- und Kann-Kriterien. Während die Muss-Kriterien zwingende Voraussetzungen sind, ohne die Sie keine Chance auf den Posten haben, sind Kann-Kriterien optional. Sie sind ein Pluspunkt, um sich von anderen Bewerbern abzuheben, aber für das tägliche Arbeiten im Unternehmen ohne wirkliche Relevanz.
Muss-Kriterien als Basis Ihrer Bewerbung
Muss-Kriterien sind harte Fakten, die für die Stelle unumgänglich sind. Ein Arbeitgeber formuliert diese Punkte sehr eindeutig in der Stellenausschreibung. Wenn Sie sich auf eine Stellenanzeige bewerben, müssen Sie diese Anforderungen zwingend in Ihrem Lebenslauf und Anschreiben belegen können.
Typische Formulierungen sind beispielsweise „vorausgesetzt“, „zwingend erforderlich“ oder „erwarten wir“. Ein klassisches Beispiel hierfür ist eine abgeschlossene Ausbildung oder ein bestimmtes Studium sowie eine Mindestanzahl an Jahren an Berufserfahrung in einem spezifischen Bereich. Wenn Sie diese Kriterien gar nicht erfüllen, ist die Jobsuche bei diesem spezifischen Stellenangebot meist nicht von Erfolg gekrönt.
Beispiele für Muss-Kriterien:
- abgeschlossene Ausbildung oder Studium
- bestimmte Berufserfahrungen
- fachliche Fähigkeiten oder Zertifikate
- spezielle Sprachkenntnisse
Soll-Kriterien für starke Argumente im Bewerbungsprozess
Soll-Kriterien verschaffen Ihnen als Bewerber etwas mehr Spielraum. Das Unternehmen wünscht sich diese Fähigkeiten zwar dringend vom neuen Mitarbeiter, ist aber oft kompromissbereit, wenn der restliche Eindruck stimmt.
Wenn Sie sich auf eine Stellenanzeige bewerben, sollten Sie diese Punkte gezielt aufgreifen. Phrasen wie „idealerweise“, „wünschenswert“ oder „Sie bringen mit“ signalisieren, dass es sich um Soll-Kriterien handelt. Haben Sie in diesem Bereich bereits relevante Erfahrung gesammelt, gehört dieser Punkt prominent zu Ihrem Anschreiben. Fehlt Ihnen ein Teil dieser Qualifikationen, können Sie dennoch beruhigt Ihre Bewerbung abschicken, sofern Sie die Muss-Kriterien abdecken.
Beispiele für Soll-Kriterien:
- erste Erfahrungen in bestimmten Programmen oder Tools
- Zusatzqualifikationen
- Soft-Skills wie Teamfähigkeit und Kommunikationsstärke
Kann-Kriterien als Kirsche auf dem Eisbecher
Die sogenannten Kann-Kriterien sind die Kür in jeder Stellenbeschreibung – gewissermaßen die Kirsche auf dem Eisbecher. Hier listet der Arbeitgeber Eigenschaften auf, die für den Job nett zu haben sind, aber das Arbeiten in der Position nicht behindern, falls sie fehlen.
Für Sie als Bewerber sind diese Angaben eine hervorragende Chance, um Bonuspunkte zu sammeln. Formulierungen wie „erste Kenntnisse von Vorteil“ oder „wären ein Plus“ deuten darauf hin. Wenn Sie diese Fähigkeiten besitzen, heben Sie sich im Bewerbungsprozess positiv von der Masse der anderen Kandidaten ab. Erfüllen Sie diese Kriterien nicht, hat das keinerlei negative Auswirkungen auf Ihre Chancen auf ein Vorstellungsgespräch.
Beispiele für Kann-Kriterien:
- zusätzliche Sprachkenntnisse
- spezielle Interessen oder Kenntnisse
- Erfahrung in verwandten Bereichen
Tipps: Wie Sie Ihre Bewerbung optimieren
Bevor Sie sich auf Stellenangebote bewerben, sollten Sie die Ausschreibung farblich strukturieren. Markieren Sie die unterschiedlichen Kriterien, um Ihre Argumentation im Anschreiben perfekt auf das Unternehmen abzustimmen. Zeigen Sie dem Arbeitgeber direkt, dass Sie die Muss-Kriterien erfüllen und wie Ihre bisherige Berufserfahrung die Soll-Kriterien abdeckt. Ein übersichtlicher Lebenslauf, der Ihre Qualifikationen präzise aufzeigt, rundet den ersten Eindruck ab. Wenn Sie etwa 60 bis 70 Prozent der Gesamtanforderungen erfüllen, sollten Sie mutig sein und sich auf die Stelle bewerben.
Optimale Gestaltung von Anschreiben und Lebenslauf
Das Anschreiben ist Ihre Chance, einen positiven Eindruck zu hinterlassen. Hier erklären Sie, warum Sie zur Stelle und zum Unternehmen passen. Achten Sie im Anschreiben auf eine klare Struktur und präzise Angaben. Ein direkter Bezug zur Stellenausschreibung ist dabei ebenso wichtig wie die überzeugende Darstellung Ihrer Qualifikationen und Erfahrungen. Der Lebenslauf sollte übersichtlich sein und Ihre Berufserfahrung klar darstellen. Ein potenzieller Arbeitgeber achtet besonders darauf, ob Ihre bisherigen Jobs zur ausgeschriebenen Position passen. Nutzen Sie dieses Dokument, um Ihre Meilensteine und Ihre Ausbildung hervorzuheben, damit Sie als passender Bewerber im Bewerbungsprozess sofort positiv auffallen.
Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch
Wenn Ihre Bewerbung überzeugt, folgt das Vorstellungsgespräch. Hier prüfen Arbeitgeber intensiv, ob Sie wirklich zur Stelle passen. Bereiten Sie sich auf folgende Punkte vor: Erwarten Sie detaillierte Fragen zu Ihrer Erfahrung sowie Ausbildung. Zudem sollten Sie konkrete Beispiele für Ihre Fähigkeiten parat haben, die Ihre Arbeitsweise veranschaulichen. Machen Sie außerdem Ihre Motivation für den Job und das Unternehmen deutlich. Ein überzeugender Auftritt kann den entscheidenden Unterschied machen, selbst wenn nicht alle Soll-Kriterien erfüllt sind. Wer im Gespräch Kompetenz und Persönlichkeit zeigt, begeistert den Arbeitgeber und sichert sich die neue Position.
Fazit: Chancen richtig einschätzen und Job sichern
Viele Bewerber unterschätzen ihre Chancen, weil sie sich zu stark an einzelnen Anforderungen orientieren. Wichtig ist, die Muss-Kriterien zu erfüllen und bei den Soll-Kriterien möglichst viele Punkte abzudecken. Kann-Kriterien sind ein zusätzlicher Bonus. Nutzen Sie jede Stellenanzeige als Orientierung und passen Sie Ihre Bewerbung individuell an. So erhöhen Sie Ihre Chancen im Bewerbungsprozess deutlich, wenn Sie sich auf eine Stellenanzeige bewerben.