Stein bekommt Charakter

Naturwerksteinmechaniker formen aus massivem Material präzise Bauteile und bleibende Einzelstücke

Stein wirkt unnachgiebig, doch genau darin liegt der Reiz. Naturwerksteinmechaniker geben ihm mit Kraft, Maschinen und Formgefühl eine präzise Gestalt. Foto: Kzenon - stock.adobe.com

Ein roher Steinblock verrät wenig. Erst bei der Bearbeitung tritt seine Struktur hervor, beim Polieren auch die Farbe. Naturwerksteinmechaniker der Fachrichtung Steinmetztechnik verbinden kräftige Maschinenarbeit mit feinem Gespür für Material. Aus Naturstein entstehen Boden- oder Fassadenplatten. Die Fachkräfte bauen auch Treppen. Ebenso fertigen sie Grabmale und Denkmäler.

Jeder Auftrag beginnt mit einer Auswahl

Nicht jede Steinsorte eignet sich für jeden Zweck. Ihre Beschaffenheit und die spätere Belastung entscheiden über die Auswahl. Anschließend bringen Naturwerksteinmechaniker den Rohling Schritt für Schritt in Form. Sie spalten oder behauen den Stein und bearbeiten die Flächen mit Schleifmaschinen. Durch das Polieren entsteht die gewünschte Wirkung. Maße und Toleranzen müssen dabei genau stimmen.

Manche Werkstücke erhalten Einlagen oder gestalterische Details. Andere werden imprägniert, damit Witterung und Umwelteinflüsse weniger Spuren hinterlassen. Kreativität ist deshalb ebenso gefragt wie technisches Verständnis. Ein Entwurf muss sich in ein Material übertragen lassen, das Fehler nur selten verzeiht.

Millimeterarbeit mit schwerem Material

In Werkstätten und Produktionshallen kommen Steinbearbeitungsmaschinen sowie Hebezeuge zum Einsatz. Je nach Auftrag arbeiten die Fachkräfte auch mit programmierbaren Maschinen und übertragen Maße aus technischen Zeichnungen. Sie kontrollieren Kanten, Flächen und Profile, bevor ein Werkstück die Fertigung verlässt.

Umsicht schützt dabei nicht nur das Material. Große Platten und massive Bauteile müssen sicher bewegt, die Maschinen korrekt bedient werden. Staub und Lärm verlangen passende Schutzmaßnahmen. Auch der Arbeitsbereich muss im Blick bleiben.

Der Beruf führt auch aus der Halle hinaus. Naturwerksteinmechaniker montieren Fassaden und verlegen Bodenbeläge. Außerdem bauen sie Treppen ein oder reparieren beschädigte Bauteile. Einsatzorte können Baustellen oder Friedhöfe sein. In Steinmetzereien sowie bei Herstellern von Einrichtungs- und Ausstattungsobjekten entstehen Arbeiten, die Gebäude und Orte über lange Zeit prägen.

Formgefühl lässt sich lernen

Die duale Ausbildung dauert drei Jahre und findet in Industriebetrieb und Berufsschule statt. Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. Mathematik hilft beim Berechnen von Flächen. Technischer Unterricht bereitet auf den Umgang mit Maschinen vor.

Gute Auge-Hand-Koordination wird beim Setzen von Platten ebenso gebraucht wie beim Bedienen von Hebezeugen. Sorgfalt zeigt sich an geraden Kanten und passenden Fugen. Mit Berufserfahrung sind Spezialisierungen in Fertigung, Montage oder Restaurierung möglich. Eine Weiterbildung zum Industriemeister Naturwerkstein führt zu neuen Aufgaben. Am Ende bleibt ein Ergebnis, das sich sehen und mit den Händen erfassen lässt.

Verdienstmöglichkeiten

Ausbildungsvergütung brutto pro Monat
1. Jahr: ca. 996 bis 1.150 Euro
2. Jahr: ca. 1.150 bis 1.250 Euro
3. Jahr: ca. 1.250 bis 1.423 Euro

Nach der Ausbildung brutto pro Jahr bei Vollzeit
Einstieg: ca. 28.800 bis 32.400 Euro
Mit Berufserfahrung: bis ca. 33.732 Euro möglich