Ein guter Lack verzeiht keine Unebenheit
Fahrzeuglackierer bereiten Oberflächen vor und schützen sie mit neuen Beschichtungen
Nach einem Unfallschaden soll von Kratzern und Dellen nichts mehr zu sehen sein. Fahrzeuglackierer stellen glatte Oberflächen her, mischen den passenden Farbton und tragen Lacke kontrolliert auf. Das Ergebnis muss optisch überzeugen, zum Fahrzeug passen und den Untergrund dauerhaft vor Korrosion und Witterung schützen.
Der Untergrund entscheidet
Zuerst prüfen Fahrzeuglackierer den Schaden, stimmen den Auftrag ab und planen Material sowie Arbeitszeit. Sie demontieren Bauteile, reinigen Flächen und entfernen Rost oder alte Beschichtungen. Unebenheiten werden gespachtelt und in mehreren Schritten geschliffen. Anschließend decken sie Glas, Dichtungen und angrenzende Bereiche ab, die keinen Lack erhalten sollen. Je genauer die Untergrundvorbereitung, desto gleichmäßiger haftet die spätere Beschichtung.
Farbton und Auftrag müssen passen
Mischsysteme, Farbcodes und Farbmessgeräte helfen, den richtigen Farbton zu treffen. In der Lackierkabine tragen die Fachkräfte mit der Spritzpistole Grundierung, Basislack und Klarlack auf. Dabei beachten sie Mischungsverhältnisse, Trocknungszeiten, Temperatur und Schichtdicke. Zum Schluss prüfen sie Glanz, Verlauf und Farbabweichungen und polieren die Oberfläche. Auch Fahrzeugbeschriftungen, Effektlackierungen oder Spot-Repair können zum Auftrag gehören. Lackreste und Lösemittel werden nach Umweltvorgaben gesammelt und entsorgt.
Drei Jahre präzises Handwerk
Die duale Ausbildung dauert drei Jahre. Auszubildende lernen, Untergründe zu beurteilen und vorzubereiten, Beschichtungsstoffe zu mischen, Lackiergeräte einzustellen und Arbeitsergebnisse zu prüfen. Auch Montagearbeiten, Messverfahren, Gestaltung und Kundenaufträge gehören dazu. Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. Hilfreich sind Chemie, Mathematik, Werken und Technik. Wichtig sind eine ruhige Hand, gutes Farbsehen und konsequenter Arbeitsschutz, denn Lacke und Lösemittel verlangen einen sicheren Umgang.
Spezialisierung bringt neue Aufgaben
Fahrzeuglackierer arbeiten in Lackierereien, Karosseriebaubetrieben oder in der Fahrzeugindustrie. Mit Erfahrung können sie sich auf Oldtimer, Nutzfahrzeuge oder anspruchsvolle Gestaltung spezialisieren. Der Fahrzeuglackierermeister qualifiziert für Führungsaufgaben, Ausbildung und einen eigenen Betrieb. Möglich sind außerdem Weiterbildungen in der Beschichtungs- oder Karosserietechnik.
Verdienstmöglichkeiten
Ausbildungsvergütung brutto/Monat:
– 1. Jahr: 900 € im Handwerk | 1.243–1.373 € in der Industrie
– 2. Jahr: 985 € im Handwerk | 1.298–1.408 € in der Industrie
– 3. Jahr: 1.150 € im Handwerk | 1.379–1.489 € in der Industrie
Nach der Ausbildung brutto/Jahr bei Vollzeit:
– Einstieg: etwa 29.200 € brutto/Jahr
– Mit Erfahrung: etwa 30.000–38.400 € brutto/Jahr
– Als Fahrzeuglackierermeister: etwa 34.600–50.800 € brutto/Jahr