Lacklaborant: Beschichtungen entwickeln, prüfen und perfektionieren

Im Lacklabor werden Rezepturen entwickelt und geprüft, damit Beschichtungen langlebig, widerstandsfähig und optisch hochwertig sind. Foto: Jhati – stock.adobe.com

Ein Tropfen Farbe entscheidet über Schutz oder Rost, über Glanz oder matte Oberfläche. Lacklaboranten entwickeln und prüfen Beschichtungsstoffe, die Produkte langlebig, widerstandsfähig und optisch ansprechend machen. Ob Autolack, Maschinenverkleidung oder Möbeloberfläche: Hinter jeder stabilen Schicht steckt präzise Laborarbeit.

Vom Rohstoff zur geprüften Rezeptur

Im Lacklabor entstehen aus Pigmenten, Bindemitteln und Additiven neue Lackrezepturen. Rohstoffe werden analysiert, Mischungsverhältnisse exakt berechnet und Proben auf Prüfbleche aufgetragen. Anschließend folgen Belastungstests: Haftung, Schichtdicke und Farbton werden gemessen, Proben Hitze, Kälte oder Feuchtigkeit ausgesetzt. Salzsprühnebel- oder Steinschlagtests zeigen, ob ein Lack im Alltag standhält.

Schon minimale Änderungen im Mischungsverhältnis können große Auswirkungen haben. Lacklaboranten arbeiten deshalb äußerst genau, dokumentieren digital und werten Ergebnisse am Rechner aus. Sie erkennen Oberflächenfehler und analysieren deren Ursachen. Neben klassischen Systemen entwickeln sie zunehmend wasserbasierte oder emissionsarme Beschichtungssysteme mit geringerer Umweltbelastung.

Technik, Analyse und Qualitätskontrolle

Der Arbeitsplatz wechselt zwischen Labor, Technikum und Spritzkabine. Waage, Pipette, Prüfstand und Mess- und Prüftechnik gehören ebenso dazu wie Schutzbrille und Sicherheitsvorgaben. Neben chemischem Verständnis ist analytisches Denken gefragt. Wer gern experimentiert und gleichzeitig strukturiert arbeitet, findet im Beruf Lacklaborant eine Mischung aus Entwicklung, Qualitätssicherung und technischer Präzision.

Ausbildung in der chemischen Industrie

Die Ausbildung zum Lacklaboranten ist ein anerkannter Ausbildungsberuf in der chemischen Industrie und dauert 3,5 Jahre. Sie erfolgt dual im Betrieb und in der Berufsschule. Vermittelt werden Grundlagen der Chemie und Physik, Formulierung von Beschichtungsstoffen, Mess- und Prüftechnik sowie Qualitätssicherung und Dokumentation.

Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. In der Praxis erwarten Unternehmen meist einen guten mittleren Schulabschluss oder (Fach-)Abitur. Chemie hilft beim Verständnis von Stoffeigenschaften, Physik bei Prüfverfahren, Mathematik bei exakten Mischungsverhältnissen. Sorgfalt, Verantwortungsbewusstsein und Freude am Experimentieren sind wichtige Voraussetzungen.

Arbeitsfelder und Perspektiven

Nach der Ausbildung arbeiten Lacklaboranten in der chemischen und lackherstellenden Industrie, in Prüflaboren oder in der Anwendungstechnik. Tarifverträge der Chemie- und Lackindustrie sorgen häufig für ein attraktives Gehaltsniveau. Weiterbildungen zum Industriemeister Chemie oder Lack, zum staatlich geprüften Techniker Fachrichtung Farbe und Lack oder ein Studium im Bereich Lack- und Beschichtungstechnik eröffnen Wege in Entwicklung und Qualitätssicherung.

Gehalt als Lacklaborant

Ausbildungsvergütung Lacklaborant (brutto pro Monat, Orientierungswerte je nach Region und Tarifbindung):

  1. Ausbildungsjahr: 1.147 € bis 1.204 €
  2. Ausbildungsjahr: 1.222 € bis 1.315 €
  3. Ausbildungsjahr: 1.277 € bis 1.389 €
  4. Ausbildungsjahr: 1.329 € bis 1.486 €

Einstiegsgehalt Lacklaborant: etwa 3.000–3.400 € brutto monatlich.
Mit Berufserfahrung sind im Schnitt 3.700–4.300 € möglich, mit Spezialisierung auch bis rund 5.400 €.