So überwinden Sie Ihre Angst vor dem Vorstellungsgespräch

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Tagelanges, nächtliches Wachliegen, kreisende Gedanken, starke Nervosität oder sogar Panik – mit Angst vor dem Vorstellungsgespräch sehen sich leider sehr viele Bewerber konfrontiert. Dies gilt umso mehr, wenn dem Bewerber sehr viel an einer Stelle liegt und das Bewerbungsgespräch dadurch umso mehr an Bedeutung gewinnt. Was Sie als Bewerber gegen Angst vor dem Vorstellungsgespräch tun können und woher die bei so vielen Menschen vorhandene Angst vor einem Bewerbungsgespräch kommt, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Die Psychologie hinter der Angst vor einem Vorstellungsgespräch

Bevor wir uns näher mit der Frage beschäftigen, wie man seine Angst vor dem Vorstellungsgespräch am effektivsten bändigt, gehen wir zuallererst auf Ursachenforschung. Die Frage lautet daher: Woher kommt eigentlich die Angst vor einem Bewerbungsgespräch und warum sind so viele Jobsuchende von dieser Problematik betroffen?

Um eine wissenschaftlich valide Antwort auf diese Fragen zu bekommen, lohnt sich der Blick in die Fachliteratur der Geisteswissenschaften und damit allen voran in die Psychologie. Dabei stellt man fest, dass die Furcht vor einem solchen Termin nicht zwangsläufig auf die Sorge vor einer Absage zurückzuführen ist, sondern vielmehr mit der Situation selbst einhergeht. Während eines Vorstellungsgesprächs befindet man sich nicht selten in einem geschlossenen Raum und sitzt dem Personaler direkt gegenüber, was nicht selten mit einem Gefühl der Enge und Ausweglosigkeit einhergeht. Ferner steht meist auch einiges auf dem Spiel, da der Bewerber in der Regel großes Interesse an der Stelle im Unternehmen hat.

Doch in der Realität fällt die Entscheidung, ob man den Job oder die Ausbildung bekommt, nicht unmittelbar im Anschluss an das Gespräch, weshalb es meist weniger um die zuvor erwähnte Angst vor einer Absage geht als um das Gefühl des Ausgeliefertseins. Was ist, wenn ich einen Blackout bekomme? Was ist, wenn ich alles vergesse, was ich vorher über das Unternehmen gelernt habe? Was ist, wenn mir plötzlich schlecht wird? Fragen dieser Art quälen viele Menschen vor einem solchen Gespräch, und am Ende ist es häufig die Angst vor der Angst, die das größte Problem darstellt. Denn unserer Erfahrung nach treten die wenigsten dieser zuvor erwähnten Befürchtungen tatsächlich ein.

Nervosität und Anspannung: So äußert sich die Angst vor einem Vorstellungsgespräch

Wie genau sich die Angst vor einem Vorstellungsgespräch bei Menschen äußert, ist von Typ zu Typ unterschiedlich. Klassische Symptome auf psychischer Ebene sind

  • negative Gedanken,
  • das Ausmalen von Worst-Case-Szenarien,
  • Schlaflosigkeit
  • innerliche Unruhe und Nervosität
  • und körperliche Symptome: gesteigerter Puls, schwitzige Hände, Engegefühl in der Brust

Obwohl Symptome dieser Art in einer ängstlichen Situation umso bedrohlicher wirken, da man das Gefühl hat, der Körper macht nun auch nicht mehr mit, sind diese Symptome in der Praxis vollkommen harmlos und eine natürliche Reaktion auf die Situation und die starken Befürchtungen. Doch die entscheidende Frage ist, was man gegen Symptome dieser Art tun und wie man sich bereits im Vorfeld so auf die Situation vorbereiten kann, dass es gar nicht erst zu solchen Symptomen kommt.

Was kann man gegen eine starke Angst vor einem Vorstellungsgespräch machen?

Vorbereitung ist die halbe Miete, und das gilt tatsächlich auch dann, wenn es um ein Vorstellungsgespräch für einen neuen Job oder eine neue Ausbildung geht. Wer vollkommen selbstsicher ist und sich perfekt vorbereitet fühlt, hat in der Regel auch deutlich weniger Ängste.

Ein guter Ansatz ist es daher, gezielt an den eigenen Schwächen zu arbeiten. Dafür muss man allerdings im Vorfeld ehrlich zu sich selbst sein und herausfinden, wo die eigenen Schwächen liegen. Sobald man die eigenen Schwächen kennt, kann man zum Beispiel durch simulierte Probegespräche mit Freunden oder der Familie die Situation immer und immer wieder üben.

Wichtig ist dabei auch, sich möglichst ausgiebig auf die ganz typischen Fragen vorzubereiten, die während eines solchen Gesprächs auf einen zukommen. Zu diesen Fragen gehören unter anderem:

  • Warum möchten Sie bei uns arbeiten?
  • Was prädestiniert gerade Sie für unsere Position?
  • Erzählen Sie gerne zu Beginn etwas über sich.
  • Wo sehen Sie Ihre eigenen Stärken und Schwächen?
  • Wo sehen Sie sich in 2–3 Jahren?
  • Wie gehen Sie mit Druck oder starkem Stress um?

Ferner sollte man den Fehler vermeiden, zu spät mit der Vorbereitung zu beginnen. Eine zu späte Vorbereitung auf ein Jobgespräch ist einer der häufigsten Fehler, den viele Personen machen, da das den Druck von Tag zu Tag nur noch weiter erhöht und damit auch die Angst vor dem Scheitern.

An der Selbstpräsentation kann und sollte ebenfalls gearbeitet werden, wenngleich diese sich in der Regel bereits von selbst verbessert, je ausgiebiger man sich auf das Gespräch vorbereitet. Wer gut vorbereitet ist, zeigt das seinem Gegenüber, in dem Fall meist dem Personaler, unbewusst durch seine eigene Körpersprache. Gleichzeitig zeigt sich eine unzureichende Vorbereitung ebenfalls häufig durch die Körpersprache, die dann zunehmend Unsicherheit ausstrahlt.

Anti-Angst-Maßnahmen in der Zusammenfassung:

  • Bereiten Sie sich gut auf das Gespräch vor: häufige Fragen durchgehen, Informationen zum Unternehmen einholen
  • Führen Sie simulierte Gespräche mit Freunden oder Bekannten
  • Planen Sie den Tagesablauf im Vorfeld und kommen Sie frühzeitig an (so bleibt noch ausreichend Zeit, um etwaige Checklisten nochmals durchzugehen)
  • Gehen Sie das Gespräch gedanklich erfolgreich durch (Stichwort „positive Visualisierung“)

Sofortmaßnahmen gegen Angst und Panik vor einem Vorstellungsgespräch

Personen, die unter einer sehr stark ausgeprägten Angst vor Prüfungssituationen oder Vorstellungsgesprächen leiden, können unter Umständen sogar mit Panik vor solchen Situationen konfrontiert werden. Dabei steigert sich die Aufregung zunehmend. Das Problem der starken Angst und Panik verschwindet einfach nicht, auch wenn die Vorbereitung besonders gut war. Aus diesem Grund möchten wir Ihnen an dieser Stelle noch ein paar Tipps mit auf den Weg geben, die Ihnen unmittelbar in der Situation helfen können, wenn Sie sich erneut mit starken Ängsten oder sogar Panik konfrontiert sehen.

Die besten Sofortmaßnahmen gegen die Angst vor einem Vorstellungsgespräch:

  • Atemtechniken: Konzentrieren Sie sich auf Ihre Atmung, z. B. im 4-6-Rhythmus
  • Grounding: Erden Sie sich und konzentrieren Sie sich bewusst auf den Boden unter Ihren Füßen
  • Mini-Pausen: Trinken Sie etwas oder nehmen Sie sich eine Gedankenpause. sagen Sie z. B. „Lassen Sie mich kurz nachdenken“
  • Reduzieren Sie Ihre Sprechgeschwindigkeit und sprechen Sie langsamer
  • Achten Sie auf Ihre Gedanken und lenken Sie negative Gedanken gezielt um

Starke Ängste vor einem Vorstellungsgespräch: Ab wann ist der Besuch eines Therapeuten sinnvoll?

Auch eine Psychotherapie kann helfen, um besser mit starken Ängsten vor Vorstellungsgesprächen umgehen zu können. Grundsätzlich ist eine Therapie bei Verhaltenstherapeuten nie verkehrt, da all das Ihnen auch abseits von stark ausgeprägten Ängsten vor Jobgesprächen helfen kann, an verschiedenen seelischen Baustellen zu arbeiten, um dadurch sicherer im Alltag und damit auch im Beruf zu werden. Zwingend notwendig ist eine Verhaltenstherapie bei Ängsten vor Vorstellungsgesprächen allerdings nur dann, wenn man unter einer stark ausgeprägten oder gar pathologisch untermauerten Angst- und Panikstörung leidet.

Fazit: Die Angst vor einem Vorstellungsgespräch lässt sich in den Griff bekommen

Die Erfahrung zeigt: Die Angst vor einem Vorstellungsgespräch lässt sich in den allermeisten Fällen in den Griff bekommen oder zumindest so weit bändigen, dass man sich innerhalb der betreffenden Situation deutlich wohler fühlt. Eine gute Vorbereitung ist das A und O, und wer nicht zu spät damit anfängt, ist in der Regel auf der sicheren Seite. Weitere Tipps rund um das Thema Vorstellungsgesprächeund Selbstpräsentation  finden Sie wie gewohnt auf unserer Jobbörse rz-stellen.de.