Weintechnologe: Qualität, die im Keller entsteht
Guter Wein beginnt im Weinberg – seine Qualität entscheidet sich jedoch im Keller. Wenn im Herbst die Trauben gelesen werden, beginnt für Weintechnologen die entscheidende Phase. Jetzt geht es darum, aus dem Naturprodukt Traube einen charaktervollen Wein zu formen. Genau hier setzt das Berufsbild Weintechnologe an. In diesem Beruf verbinden Fachkräfte handwerkliche Kellerarbeit, technisches Know-how und sensorisches Gespür. Sie begleiten den Weg vom Most bis zur abgefüllten Flasche und tragen Verantwortung dafür, dass aus jeder Ernte ein sicheres, hochwertiges und typisches Produkt entsteht.
Aufgaben von Weintechnologen
Die Aufgaben eines Weintechnologen liegen im Herzen der Weinherstellung. Nach der Lese übernehmen sie Trauben, Maische und Most, prüfen Reifegrad, Zuckerwerte und Qualität und bereiten das Lesegut für die Weiterverarbeitung vor. Sie steuern die alkoholische Gärung, überwachen Temperaturverläufe, klären und filtrieren Jungwein und begleiten den Ausbau im Tank oder Fass.
Gerade im Zusammenspiel von Technik und Erfahrung zeigt sich der Anspruch dieses Berufs: Entscheidungen im Keller prägen Stil, Aroma und Charakter des Weins. Im Beruf verkosten Fachkräfte Weine, entnehmen Proben für Laboruntersuchungen und führen die gesetzlich vorgeschriebene Kellerbuchführung. Auch Abfüllung, Lagerung und Vorbereitung für den Verkauf gehören zum Arbeitsalltag.
Technik, Hygiene und Verantwortung im Weinkeller
Der Beruf Weintechnologe ist technisch geprägt, aber niemals rein technisch. Im Arbeitsalltag werden moderne Tanks, Pressen, Pumpen sowie Filter-, Gär-, Kühl- und Abfüllanlagen bedient. Digitale Steuerungs- und Dokumentationssysteme unterstützen die Prozessführung.
Zugleich besteht eine hohe Verantwortung für Hygiene und Lebensmittelsicherheit. Saubere Anlagen, kontrollierte Abläufe und exakte Dokumentation sind Voraussetzung dafür, dass Wein nicht nur gut schmeckt, sondern auch rechtlich einwandfrei ist. Technik und Hygiene dienen dabei immer einem Ziel: der Qualität des Endprodukts.
Ausbildung: Dauer, Inhalte, Ablauf
Die Ausbildung zum Weintechnologen ist ein staatlich anerkannter, dualer Ausbildungsberuf und dauert drei Jahre. Die Weintechnologe-Ausbildung findet im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule statt und schließt mit einer Prüfung vor der Industrie- und Handelskammer (IHK) ab.
In der Ausbildung Weintechnologe werden unter anderem vermittelt:
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Verarbeitung von Trauben, Most und Wein
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Steuerung von Gär- und Ausbauprozessen
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Abfüllung, Lagerung und Verpackung
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Hygiene, Qualitätssicherung und Dokumentation
In der Berufsschule stehen außerdem Weinchemie, Verfahrenstechnik, Kellerwirtschaft, Weinrecht und betriebswirtschaftliche Grundlagen auf dem Programm.
Gehalt und Ausbildungsvergütung
Die Ausbildungsvergütung als Weintechnologe liegt – je nach Tarifgebiet, Betrieb und Ausbildungsjahr – in folgenden Bereichen (brutto/Monat, Orientierungswerte):
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Ausbildungsjahr: ca. 745–1.187 €
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Ausbildungsjahr: ca. 830–1.241 €
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Ausbildungsjahr: ca. 900–1.291 €
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In der Praxis liegen viele Betriebe im mittleren Bereich dieser Spannbreiten, tarifgebundene Unternehmen tendenziell etwas darüber. Nach der Ausbildung sind Einstiegsgehälter für Weintechnologen von etwa 2.900 bis 3.000 Euro brutto im Monat möglich. Mit wachsender Berufserfahrung steigt das Gehalt von Weintechnologen auf durchschnittlich rund 3.400 Euro, abhängig von Betrieb, Region und Verantwortung.
Voraussetzungen und Perspektiven
Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. In der Praxis stellen Betriebe überwiegend Bewerber mit Hauptschulabschluss oder mittlerem Schulabschluss ein. Für den Beruf Weintechnologe wichtig sind Interesse an Natur- und Lebensmittelprozessen, technisches Verständnis, Sorgfalt und ein ausgeprägtes Qualitätsbewusstsein.
Der Beruf Weintechnologe ist stark regional geprägt. Besonders im nördlichen Rheinland-Pfalz bieten die Weinbauregionen Rhein und Mosel vielfältige Beschäftigungsmöglichkeiten. Weingüter, Kellereien und Sektbetriebe prägen diese Landschaften. Entsprechend finden sich dort regelmäßig Stellenangebote für Weintechnologen – vom familiengeführten Betrieb bis zur größeren Kellereistruktur.
Weiterbildungen zum Weintechniker, Kellermeister oder Weinbetriebswirt sowie Spezialisierungen in Sensorik, Qualitätsmanagement oder Vermarktung eröffnen zusätzliche Karrierewege. Auch ein Studium im Weinbau oder der Oenologie ist möglich.