Kaufleute für Spedition und Logistikdienstleistung: Die Schaltzentrale moderner Warenströme

Logistische Prozesse im Griff: Kaufleute für Spedition und Logistikdienstleistung planen Transporte und behalten alle Warenströme im Blick. Foto: Mediaparts – stock.adobe.com

Globale Lieferketten, enge Zeitfenster und hohe wirtschaftliche Verantwortung prägen den Beruf Kaufleute für Spedition und Logistikdienstleistung. Damit Waren zuverlässig und pünktlich ihr Ziel erreichen, braucht es Planung, Überblick und Koordination. Genau hier übernehmen Kaufleute in Spedition und Logistik eine Schlüsselrolle. In diesem kaufmännischen Logistikberuf sorgen sie dafür, dass Transport, Umschlag und Lagerung reibungslos ineinandergreifen – national wie international.

Aufgaben von Kaufleuten in Spedition und Logistik

Die Aufgaben dieser Kaufleute verbinden Organisation, kaufmännische Steuerung und Verantwortung. Die Fachkräfte planen Logistik- und Transportprozesse, wählen geeignete Verkehrsträger wie Lkw, Bahn, Schiff oder Flugzeug aus, kalkulieren Preise und erstellen Angebote.

Im Tagesgeschäft koordinieren sie den Versand, erstellen Fracht- und Zolldokumente, kümmern sich um Versicherungen und überwachen Termine sowie Lager- und Umschlagprozesse. Häufig laufen mehrere Aufträge parallel. Dann gilt es, Prioritäten zu setzen und auch unter Zeitdruck den Überblick zu behalten.

Ein zentraler Bestandteil dieses Berufs in der Logistik ist die vollständige Auftragsabwicklung – vom ersten Kundenkontakt bis zur Abrechnung. Besonders im internationalen Warenverkehr berücksichtigen Logistikkaufleute Zollrecht, Außenwirtschaftsbestimmungen und Incoterms. Kommt es zu Verzögerungen oder Störungen in Lieferketten, sind schnelle Entscheidungen gefragt, da jede Abweichung wirtschaftliche Folgen haben kann.

Kommunikation, Verantwortung und digitale Logistikprozesse

Der Beruf Kaufleute für Spedition und Logistikdienstleistung lebt von Kommunikation. Fachkräfte stehen im Austausch mit Kunden, Spediteuren, Frachtführern, Lagerbetreibern und Behörden. Sie beraten zu Transportlösungen, Laufzeiten, Kosten und Zollformalitäten und bearbeiten Reklamationen sowie kaufmännische Vorgänge.

Gleichzeitig ist der Arbeitsalltag stark digital geprägt. Transportmanagement- und Lagerverwaltungssysteme, Tracking-Tools und Zollprogramme gehören zum Standard. Anhand von Echtzeitdaten sehen Fachkräfte im Speditions- und Logistikbereich, wo sich eine Sendung befindet. Bei Verzögerungen können sie kurzfristig alternative Lösungen organisieren – oft im Wechsel zwischen Telefon, E-Mail, Software und Rücksprache mit Lager oder Fahrern.

Ausbildung: Ablauf und Inhalte

Die Ausbildung zu Kaufleuten für Spedition und Logistikdienstleistung ist ein staatlich anerkannter, dualer Ausbildungsberuf und dauert drei Jahre. Die Ausbildung Kaufleute für Spedition und Logistikdienstleistung findet im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule statt und endet mit einer Abschlussprüfung.

Während der Ausbildung erwerben Auszubildende Kenntnisse in Disposition, Preis- und Frachtkalkulation, Zoll- und Versicherungsabwicklung sowie in der Kundenbetreuung. In der Berufsschule stehen betriebswirtschaftliche Grundlagen, Logistikprozesse, Recht, EDV, Fremdsprachen und Kommunikation auf dem Lehrplan.

Gehaltsperspektiven

Die Ausbildungsvergütung für Kaufleute für Spedition und Logistikdienstleistung bewegt sich – je nach Tarifbindung, Region und Betrieb – in folgenden Bereichen (brutto/Monat, Orientierungswerte):

  • 1. Ausbildungsjahr: ca. 850 – 1.210 €
  • 2. Ausbildungsjahr: ca. 950 – 1.273 €
  • 3. Ausbildungsjahr: ca. 1.050 – 1.341 €

In der Praxis liegen viele Betriebe im mittleren Bereich dieser Spannbreiten, tarifgebundene Unternehmen tendenziell etwas darüber. Nach der Ausbildung sind Einstiegsgehälter von etwa 2.900 bis 3.200 Euro brutto im Monat möglich. Mit wachsender Berufserfahrung steigt das Gehalt in der Logistik auf rund 3.300 bis 3.800 Euro, abhängig von Verantwortung, Unternehmensgröße und Einsatzbereich.

Voraussetzungen und Weiterentwicklung

Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. In der Praxis stellen Unternehmen überwiegend Bewerber mit mittlerem Schulabschluss oder (Fach-)Abitur ein. Für den Beruf in der Spedition und Logistik wichtig sind Organisationsgeschick, Zahlenverständnis, Kommunikationsfähigkeit und Belastbarkeit.

Wer gerne organisiert, den Überblick behält und sich von Zeitdruck nicht aus der Ruhe bringen lässt, findet in diesem Beruf eine anspruchsvolle Aufgabe mit Zukunft.

Die Logistikbranche gilt als systemrelevant. Entsprechend finden sich regelmäßig Stellenangebote für Kaufleute für Spedition und Logistikdienstleistung in Speditionen, Logistikzentren sowie Industrie- und Handelsunternehmen. Weiterbildungen und Spezialisierungen eröffnen zusätzliche Karrierewege – etwa in der Disposition, im internationalen Transportmanagement oder in leitenden Funktionen.

Damit gehört dieser Beruf zu den zentralen kaufmännischen Tätigkeiten einer zunehmend vernetzten Wirtschaft.