Schornsteinfeger: Fachleute für sichere und saubere Wärme

Schornsteinfegerin bei der Vorbereitung zur Kaminreinigung: Sicherheit, Sauberkeit und Umweltschutz im Fokus. Foto: VITALII – stock.adobe.com

Ob Wohnhaus, Gewerbebetrieb oder öffentliche Gebäude – sichere Heizungs- und Abgasanlagen sind unverzichtbar. Genau hier setzt der Beruf Schornsteinfeger an. Schornsteinfeger sorgen dafür, dass Heizungs-, Abgas- und Lüftungsanlagen sicher, effizient und umweltgerecht funktionieren. Damit leisten sie einen wichtigen Beitrag zum Brand- und Klimaschutz sowie zur Energieeffizienz von Gebäuden.

Wenn Sicherheit, Technik und Umwelt zusammenkommen

Die Aufgaben von Schornsteinfegern verbinden traditionelles Handwerk mit moderner Prüf- und Messtechnik. Sie überprüfen Heizungs-, Abgas- und Lüftungsanlagen auf Betriebs- und Brandsicherheit und achten auf die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben aus dem Bau-, Umwelt- und Immissionsschutzrecht.

Zum Arbeitsalltag gehören das Reinigen von Schornsteinen, Abgaszügen und Feuerstätten sowie das Entfernen von Rußablagerungen. Darüber hinaus nehmen Schornsteinfeger Messungen an Feuerungsanlagen vor, führen Feuerstätten- und Brandverhütungsschauen durch, dokumentieren ihre Ergebnisse und weisen auf notwendige Mängelbeseitigungen hin.

Ein wachsender Aufgabenbereich ist die Beratung zu Energieeffizienz und moderner Heizungstechnik. Dabei geht es um sparsames Heizen, Emissionsminderung und klimafreundliche Lösungen für Gebäude.

Zwischen Dachfirst und Beratungsgespräch

Schornsteinfeger sind viel unterwegs. Sie arbeiten in Wohn- und Gewerbegebäuden, auf Dächern und im Freien. Moderne Messinstrumente, digitale Dokumentation, spezielle Software und teilweise auch Drohnen unterstützen die Arbeit.

Typische Tätigkeiten sind das Kehren von Schornsteinen, das Überprüfen von Abgasanlagen, das Reinigen von Feuerstätten sowie das Kontrollieren gewerblicher Dunstabzugsanlagen. Neben handwerklichem Geschick ist deshalb auch Kundenorientierung gefragt, da Beratungsgespräche fest zum Berufsalltag gehören.

Der Weg in den Beruf: Ausbildung mit Verantwortung

Die Ausbildung zum Schornsteinfeger ist ein staatlich anerkannter Ausbildungsberuf des Handwerks und dauert in der Regel drei Jahre. Sie erfolgt dual im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule, ergänzt durch überbetriebliche Lehrgänge.

Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. In der Praxis stellen Betriebe jedoch häufig Bewerber mit mittlerem Schulabschluss ein.

In der Ausbildung lernen Auszubildende, Kehr-, Prüf- und Messarbeiten selbstständig zu planen, durchzuführen und zu kontrollieren. Zu den zentralen Inhalten gehören:

  • Überprüfen von Heizungs-, Feuerungs- und Lüftungsanlagen
  • Umgang mit Werkzeugen, Messgeräten und technischer Ausrüstung
  • Dokumentation von Mess- und Prüfergebnissen
  • Brandschutz, Energieeinsparung und Umweltschutz
  • Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz

Grundlage ist eine bundesweit einheitliche Ausbildungsverordnung, die ab August 2025 modernisiert wird und aktuelle Anforderungen an Klimaschutz und Energieeffizienz stärker berücksichtigt.

Gehalt – Einstieg und Ausbildungsvergütung

Seit 2024 gelten im Schornsteinfegerhandwerk bundeseinheitliche Mindestvergütungen für Auszubildende:

  • 1. Ausbildungsjahr: 900 Euro brutto/Monat
  • 2. Ausbildungsjahr: 1.000 Euro brutto/Monat
  • 3. Ausbildungsjahr: 1.100 Euro brutto/Monat

Nach der Ausbildung liegt das Einstiegsgehalt für Schornsteinfeger häufig bei etwa 2.000 bis 2.400 Euro brutto im Monat, abhängig von Region, Betrieb und Arbeitszeit. Tarifliche Entwicklungen und Zusatzleistungen können die Verdienstmöglichkeiten weiter verbessern. Mit Berufserfahrung oder einer Weiterbildung zum Schornsteinfegermeister sind deutlich höhere Einkommen möglich.

Persönliche Voraussetzungen und Perspektiven

Für den Beruf des Schornsteinfegers sind handwerkliches Geschick, körperliche Fitness und Schwindelfreiheit wichtig, da Arbeiten in größerer Höhe zum Alltag gehören. Ebenso gefragt sind Sorgfalt, Verantwortungsbewusstsein und technisches Verständnis.

Wer gern praktisch arbeitet, viel unterwegs ist und den Kontakt zu Menschen schätzt, findet hier ein abwechslungsreiches Tätigkeitsfeld. Die Zukunftsperspektiven gelten als stabil, da gesetzlich vorgeschriebene Prüf- und Kehrintervalle einen kontinuierlichen Bedarf sichern. Zusätzlich eröffnen Themen wie Energieberatung, Klimaschutz und moderne Gebäudetechnik neue Einsatzfelder.