Bauwerksabdichter schützen Gebäude vor Feuchtigkeit

Beim Verschweißen von Abdichtungsbahnen sorgen Bauwerksabdichter für zuverlässigen Feuchteschutz auf Flachdächern. Foto: JuergenL – stock.adobe.com

Feuchtigkeit zählt zu den größten Risiken für Gebäude. Dringt Wasser in Keller, Dächer oder tragende Bauteile ein, entstehen oft erst spät sichtbare Schäden – dann jedoch mit hohen Sanierungskosten. Genau hier kommt der Beruf Bauwerksabdichter ins Spiel. Mit technischem Know-how, moderner Abdichtungstechnik und handwerklichem Können schützen diese Fachkräfte Bauten zuverlässig – sowohl im Neubau als auch in der Sanierung.

Abdichtung an sensiblen Stellen

Bauwerksabdichter arbeiten an den besonders feuchtigkeitsempfindlichen Bereichen eines Bauwerks:

  • Fundamente und Kellerwände
  • Flachdächer, Balkone, Terrassen
  • Brücken, Tunnel und Tiefgaragen

Bevor eine Fläche abgedichtet wird, prüfen sie den Untergrund: Risse, Hohlstellen oder Unebenheiten werden erkannt und fachgerecht beseitigt. Zum Einsatz kommen verschiedene Abdichtungssysteme:

  • Bitumen- und Kunststoffbahnen
  • Flüssigabdichtungen
  • Mineralische Dichtschlämme und reaktive Dichtstoffe

Gerade bei der Kellerabdichtung und der Flachdachabdichtung ist präzises Arbeiten entscheidend – schon kleine Fehler können langfristig zu Feuchtigkeitsschäden führen.

Moderne Technik im Einsatz

Die Arbeit erfolgt mit hochspezialisierten Geräten:

  • Schweißautomaten, Gasbrenner und Rollgeräte
  • Prüf- und Messgeräte zur Dichtheitskontrolle
  • Spezialwerkzeuge für den sicheren Materialauftrag

Neue Materialien halten extremen Bedingungen stand – etwa bei Starkregen, steigendem Grundwasserspiegel oder Temperaturschwankungen. Abdichtungsarbeiten leisten so einen wichtigen Beitrag zur Gebäudesubstanz und Energieeffizienz.

Green Job mit Zukunft

Im nachhaltigen Bauen wächst die Bedeutung professioneller Abdichtung. Sie schützt nicht nur vor Feuchtigkeit, sondern bewahrt Ressourcen, senkt Sanierungskosten und erhöht die Lebensdauer von Immobilien. Der Beruf gilt deshalb als zukunftsfähiger Green Job mit direkter Relevanz für Klimaanpassung und Energieeinsparung.

Inhalte und Ablauf

Der staatlich anerkannte Ausbildungsberuf Bauwerksabdichter gehört zum Bauhauptgewerbe. Die duale Ausbildung dauert drei Jahre und findet im Wechsel zwischen Betrieb und Berufsschule statt.

Ausbildungsinhalte:

  • Abdichtungsmaterialien und ihre Verarbeitung
  • Prüfung und Vorbereitung von Untergründen
  • Umgang mit Werkzeugen und Maschinen
  • Arbeitsschutz und Umweltschutz auf der Baustelle

Ausbildungsbetriebe sind u. a. Bauunternehmen, Spezialfirmen für Abdichtung sowie Tunnel- und Wasserbaubetriebe. Die Ausbildung endet nach einer Zwischenprüfung mit der Gesellenprüfung.

Gehalt und Verdienst

Ausbildungsvergütung (brutto pro Monat):

  • 1. Jahr: ca. 900–1.000
  • 2. Jahr: ca. 1.150–1.250
  • 3. Jahr: ca. 1.350–1.500

Einstiegsgehalt nach der Ausbildung:

Rund 2.700 bis 3.000€ brutto monatlich, je nach Betrieb, Tarifbindung und Region. Mit Spezialisierung, Verantwortung oder Zusatzqualifikationen sind weiter steigende Gehälter realistisch.

Zusätzliche Leistungen können beinhalten:

  • tarifliche Zulagen bei Schlechtwetter oder Schichtarbeit
  • Verpflegungs- und Unterkunftszuschüsse bei Montageeinsätzen
  • überbetriebliche Sozialleistungen in tarifgebundenen Betrieben

Voraussetzungen und Eignung

Für die Ausbildung ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. Betriebe bevorzugen Bewerber mit Hauptschulabschluss oder mittlerer Reife.

Persönliche Voraussetzungen:

  • Handwerkliches Geschick
  • Körperliche Belastbarkeit
  • Sorgfalt und Verantwortungsbewusstsein
  • Schwindelfreiheit (z. B. bei Dacharbeiten)
  • Teamfähigkeit und wetterunabhängige Einsatzbereitschaft

Karriere und Perspektiven

Der Fachkräftemangel im Bauwesen schafft gute Chancen für Bauwerksabdichter. Die Nachfrage ist stabil – durch Neubauten, energetische Sanierungen und den Bedarf an Klimaanpassung.

Beschäftigungsmöglichkeiten:

  • Abdichtungsbetriebe
  • Hoch- und Tiefbauunternehmen
  • Tunnel- und Brückenbau
  • Öffentliche Bauverwaltungen

Weiterbildungen:

  • Vorarbeiter oder Polier im Bauwesen
  • Meister für Abdichtungstechnik oder Hochbau
  • Bautechniker oder Fachbauleiter
  • Selbstständigkeit im Handwerk

Handwerk mit Wirkung

Ob im Neubau oder bei der Sanierung: Bauwerksabdichter leisten einen entscheidenden Beitrag zum Werterhalt moderner Gebäude. Sie arbeiten im Hintergrund – mit großer Wirkung. Für alle, die einen verantwortungsvollen Handwerksberuf mit Zukunft suchen, ist die Ausbildung zum Bauwerksabdichter eine starke Wahl.